Schätzungsweise 10-15% der Bevölkerung gelten als hochsensibel.

 

Hochsensibilität gilt als die Veranlagung, Reize tiefer und umfassender zu verarbeiten und somit eine gefühlt stärkere und intensivere Wahrnehmung zu haben.

Die tägliche Reizüberflutung… 

 

Wir alle sind tagtäglich einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt, die uns auslaugen und erschöpfen können. Die aktuelle Hochsensibilitäts-Forschung geht davon aus, dass Hochsensible Personen ein durchlässigeres Reizfiltersystem mit ins Leben bringen. Das bedeutet, vielfältige Eindrücke wie grelles Licht, ein hoher Geräuschpegel oder große Menschenansammlungen werden im hochsensiblen Gehirn tiefer verarbeitet. Im Englischen wird das als Sensory Processing Sensitivity bezeichnet.

 Eine „dünne Haut“ und feine Antennen können Menschen schnell aus dem seelischen und körperlichen Gleichgewicht bringen. Besonders traumatisierte Menschen fühlen sich häufig „hochsensibel“ und können aufgrund eines inneren „Daueralarms“ in ständiger Übererregung, oft auch im Wechsel mit scheinbar totaler Unterspannung, durchs Leben gehen. „Entspannung“ kennen sie eigentlich nicht. Ist eine bedrohliche Situation in der Vergangenheit nicht durch Kampf oder Flucht aufzulösen gewesen, gehen Menschen in die Erstarrung oder, als letzten Ausweg, in die Erschlaffung und somit in der Bereitschaft, zu sterben. Ein Mensch, der eine solche Situation zwar physisch überlebt hat, kann diese Erfahrungen dennoch als dauerhafte Bedrohung im Nervensystem abgespeichert haben. Durch unterschiedliche, ebenfalls dem Überleben geschuldeten kognitiven Blockierungen gelingt es nicht, die bedrohliche Situation auch innerlich aufzulösen und somit in einen regulierten Zustand zurückzupendeln. Das Trauma ist zwar äußerlich scheinbar vorbei, nicht aber im Organismus. Durch die körperorientierten Psychotherapieverfahren können Patient*innen und Klient*innen lernen, ihr Nervensystem zu regulieren und allmählich wieder in einen Zustand gesunder und emotional beweglicher Wachheit zurückzukommen. Die stressinduzierte Hochsensibilität verändert sich durch die Fähigkeit, den inneren Raum der Stresstoleranz zu weiten. Daher sind diese Therapieverfahren für hochsensible, traumatisierte Menschen besonders wirksam. Bereiche des Stammhirns, in denen unsere Kampf- und Fluchtmechanismen aktiviert sind, können so angesprochen werden. Ich habe die These, dass viele Menschen, die sich als hochsensibel definieren und dies als Belastung erleben, auch einen traumatischen Hintergrund haben. Das schließt eine erhöhte, angeborene Sensitivität nicht aus, kann aber m.E. ungünstig korrelieren.

Hochsensible Menschen können im positiven als auch im negativen Sinne viel Energie und Durchhaltevermögen für eine Sache aufbringen – Das ist auch der Grund, warum für Hochsensible der Beruf viel eher eine Berufung anstatt eine sichere Einnahmequelle sein muss. Rückzug ist nicht der richtige Weg. Genügend Auszeiten sind allerdings ein Muss!

 

Ebenfalls sind hochsensible Menschen weder zwangsläufig introvertiert noch schüchtern. Sensitivität kann viele Ursachen haben – Hochsensibilität ist nur eine davon! Ich vertrete daher auch die Haltung, Ihnen klar mitzuteilen, wenn ich der Meinung bin, dass Ihrer Sensitivität andere Ursachen zugrunde liegen könnten.

Wenn Sie sich zum Thema „Hochsensibilität oder nicht?“ intensiver einlesen möchten, empfehle ich Ihnen meinen Artikel Warum Hochsensibilität überschätzt wird.

In der Hochsensibilität stecken viele Gaben: Kreativität, Leidenschaft, Elan, ein besonderes Feingefühl und die Fähigkeit zu analytisch-ganzheitlichem Denken.

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Weitere wissenswerte Infos finden Sie in meinem Blog oder unter den Links.

 

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Ein Leben, das den eigenen Anlagen gerecht wird, kann diese Gaben zum Vorschein bringen. Zum Beispiel mit Hilfe von Achtsamkeitstraining, Ruhezeiten, Entspannungsverfahren, inspirierenden, aber wohldosierten Eindrücken und anregenden Kontakten.

 

Ich freue mich, Ihnen dabei zu helfen, Ihre Gaben ans Licht zu bringen und optimal ins Leben zu integrieren!

Lesen Sie auch meinen Artikel zum Thema Psychotherapie und Hochsensibilität.

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Übrigens hat mich 2016 Nina vom Mainzer Wohnzimmer zu dem Thema interviewt. Das ganze Interview finden Sie hier!